Herstellung Arganöl

Der Arganbaum
Vor langer Zeit hat sich der Bestand des Arganbaums (argania spinosa) vermutlich über den größten Teil des Mittelmeerraums erstreckt. Heute kommt der Baum nur noch in einem ca. 800 000 Hektar großen Gebiet in der Region von Essaouira im Süden Marokkos vor und ist stark gefährdet. Der Arganbaum gilt als einer der ältesten Bäume der Welt und kann äußerste Trockenheit und Hitze bis über 50°C überstehen. Er bietet Schutz gegen die fortschreitende Ausbreitung der Sahara, gleichzeitig ist er ein wichtiger Rohstofflieferant für die dortige Bevölkerung. Neben dem Öl liefert er Brenn- und Bauholz sowie wertvolles Viehfutter.

Wegen der Gefahr seiner Ausrottung ist das letzte Vorkommen des Arganbaums 1998 in die Liste der Biosphärenreservate des UNESCO-Welterbes aufgenommen worden.

 

Die Arganfrucht
Arganöl wird aus der Frucht des Arganbaumes gewonnen. Die Frucht ähnelt einer gelben Pflaume und enthält bis zu drei Nüsse. In jeder Nuss befindet sich eine kleine Mandel, aus der das kostbare Arganöl gepresst wird. Die Ernte der Arganfrucht ist sehr mühsam. Die Früchte werden zum Schutz des Baumes nicht gepflückt, sondern vom Boden aufgesammelt. Nach dem Trocknen der Frucht wird die Fruchthülle entfernt und die innere Nuss mit Steinen aufgeschlagen, um die innere Mandel zu entnehmen. Die Mandeln werden mit einer Handmühle zu einer Paste verarbeitet, aus der das Öl gepresst wird.

In einem Jahr reifen ca. 8 kg Arganfrüchte pro Baum – daher benötigt man die Ernte von 6 bis 7 Arganbäumen um einen Liter Arganöl zu produzieren. Aus diesem Grund und auch wegen der aufwendigen Handarbeit (für einen Liter Öl benötigt man bis zu einem Tag für das Knacken der Nüsse) gehört das Öl zu den teuersten der Welt.